Ist dies die wahre Ursache für Morbus Crohn?

Neueste Erkenntnisse: Zu schwache Immunantwort der Auslöser für Morbus Crohn?

Morbus Crohn kommt offenkundig nicht durch eine zu starke, vielmehr durch eine zu schwache Immunantwort: Britische Wissenschaftler konnten nämlich nachweisen, dass die Immunsystem-Reaktionen bei Morbus-Crohn-Patienten um bis zu 80 % niedriger ausfallen, als bei gesunden Probanden. Dabei ist der gesamte Körper betroffen und nicht ausschliesslich der Darm. Die Therapie der Darmerkrankung müsste völlig neu überdacht werden, wenn tiefergehende Studien dies ebenfalls belegen – Die Morbus-Crohn-Therapie wird bisher mit Immunsystem-unterdrückenden Medikamenten durchgeführt.

Wer von Morbus Crohn betroffen ist weiß, dass sich immer wieder Stellen des Darms entzünden. Die Forscher tappen jedoch noch im Dunkeln, was die Auslöser dieser Entzündungen betrifft. Im Fokus steht nach jetzigem Kenntnisstand die Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem mit einer Überreaktion auftritt und schlussendlich das eigene Körpergewebe angreift. Als die Forscher nun jedoch das Immun-System von Morbus-Crohn-Patienten näher untersuchten, fanden sie eine deutlich schwächere Reaktion als bei gesunden Menschen. So wurden 80% weniger weisse Blutkörperchen an verletzten Stellen der Darmschleimhaut festgestellt, als bei der gesunden Vergleichsgruppe. Zum gleichen Ergebnis kamen die Forscher auch bei Abschürfungen an der Haut: Hier war die Reaktion des Immunsystems um etwa 50 Prozent reduziert.

Auch eindringende Bakterien verursachten bei Morbus-Crohn-Patienten just eine halb so starke Immun-Antwort, wie bei gesunden Probanden. Nur die daraus später resultierende chronische Entzündungs-Reaktion war bei den Kranken ausgeprägter als bei den Kontrollpersonen. Dem Morbus Crohn liegt demnach ein allgemeiner Defekt des Immunsystems zugrunde, resümieren die Wissenschaftler. MC manifestiert sich ganz offenkundig daher im Darm, weil es dort extrem häufig zu Kontakten mit Bakterien kommt. Ursache scheint dabei die fehlende Alarmierung einer Gruppe weißer Blutkörperchen zu sein, die normalerweise eindringende Mikroben töten und die Bruchstücke beseitigen. Fehlen sie, springen andere Immunzellen ein, die die Erreger jedoch lediglich aufnehmen und nicht beseitigen. Diese bakterienbeladenen Zellen bilden anschließend knötchenartige Veränderungen an der Darmschleimhaut, die ständig entzündungsfördernde Substanzen produzieren und damit die chronische Entzündung auslösen. Die Forscher hoffen nun, auf der Basis dieser Ergebnisse gezieltere und damit effektivere Behandlungsstrategien entwickeln zu können. Dieser Meinung ist auch Sabine Bloch, Autorin des Buches “Morbus Crohn naturheilkundlich und umweltmedizinisch behandeln

Lesen Sie mehr in unserem soeben erschienenen Morbus-Crohn-Ratgeber

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