Osteoporose bei Morbus Crohn

Osteoporose bei Morbus Crohn

Eine unmittelbare Folge des Morbus Crohns kann das Nachlassen
der Knochendichte sein. Man geht davon aus, dass mindestens die
Hälfte der Patienten zumindest eine leichte Reduzierung der
Knochendichte aufweist.

Dies wird einerseits auf die oftmals jahrelange Einnahme von
Cortison zurückgeführt, aber andererseits auch auf die verminderte
Fähigkeit des Darms, wertvolle Mineralstoffe und Vitamine
aufzunehmen. Außerdem gehen durch die zahlreichen Durchfälle
wertvolle Nährstoffe verloren, und die Darmentzündungen selbst
haben schließlich eine knochenabbauende Wirkung.

Zu Osteoporose kommt es, wenn kein Gleichgewicht zwischen
Knochenaufbau und Knochenabbau besteht. Während die
sogenannten Osteoblasten für den Knochenaufbau zuständig sind,
werden die Osteoklasten als knochenabbauende Zellen benötigt.
Durch Cortison kommt es zu einer Beeinträchtigung der
knochenaufbauenden Osteoblasten mit dem bekannten Ergebnis,
dass sich durch eine langfristige Cortisoneinnahme die Knochendichte
bedrohlich verringern kann.

Durch die verminderte Dichte verlieren die Knochen letztendlich an
Stabilität und können bereits bei geringsten Stößen zerbrechen. Aus
diesem Grund gehört die Osteoporose zu den besonders
gefürchteten Folgeerkrankungen des Morbus Crohns.

Das Risiko der Osteoporose nimmt mit der Dauer der Erkrankung
und dem fortschreitendem Alter der Patienten zu

Aber auch besonders schlanke Personen, Frauen nach den Wechseljahren und
bei einer familiären Häufung von Osteoporose besteht ein zusätzlich
erhöhtes Krankheitsrisiko.
Mit verschiedenen rechtzeitigen Maßnahmen lässt sich dieses
allerdings reduzieren. Hierzu gehören die Einnahme von Calcium
und Vitamin D, eventuell eine Hormonersatztherapie, Bewegung
und das Nichtrauchen. Diese Aspekte sollten nicht erst dann
berücksichtigt werden, wenn bereits unerträgliche Beschwerden
auftreten, sondern sie sollten frühzeitig in das Behandlungskonzept
eingebunden werden. Im Übrigen sollte bei der Einnahme von
Cortison unabhängig von der Knochendichte immer auch die
Einnahme von Calcium und Vitamin D erfolgen.
Um eventuelle Verminderungen der Knochendichte festzustellen,
sind regelmäßige Messungen zu empfehlen. Da es häufig auch zu
Veränderungen der Wirbelkörper kommt, sollten diese in
regelmäßigen Abständen durch Röntgenaufnahmen kontrolliert
werden.

Lesen Sie mehr in unserem soeben erschienenen Morbus-Crohn-Ratgeber

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